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Im Frühjahr 2007 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) der Bericht eines Journalisten: "Urlaub von der Männlichkeit." Da der Bericht wegen der Urheberrechte hier nicht veröffentlicht werden kann, habe ich die Erfahrungen des Journalisten aus meiner Perspektive geschildert. Mit einem Journalisten durch FrankfurtEine e-Mail im Postfach
der Transvestitenvereinigung Frankfurt. Meine Finger zittern ein wenig
vor Aufregung und Spannung, als ich sie öffne, ist doch der Absender eine
ganz bekannte Frankfurter Zeitung. In meiner Antwortmail
stelle ich die Frage, was ein allgemeiner Bericht solle. Da könne er auch
unsere Homepage oder die Wikipedia abschreiben. Ich schlage ihm ein Treffen in meinem Lieblingscafé im Frankfurter Westend vor, wo wir ungestört plaudern können, danach einen Bummel über die Zeil und Shopping, zum Schluss treffen wir andere TV-Freundinnen im Café Liebfrauenberg. Um die Erwartungen etwas herunterzuschrauben erkläre ich ihm: "Erwarten Sie bitte nichts Spektakuläres. Wir bemühen uns, so unauffällig wie möglich in der Öffentlichkeit aufzutreten." Ich bin wahnsinnig aufgeregt, überlege mir schon Tage vorher vor dem Einschlafen, was ich anziehen werde. Da ich im Café kurz vor drei Uhr, unserem ausgemachten Date, noch mal schnell auf die Toilette gehe, sucht mich Erik, der sehr pünktlich ist, vergebens zwischen den überwiegend älteren Herrschaften, die sich um dampfende Kaffeetassen und üppige Kuchenstücke versammelt haben. Plötzlich stehe ich
hinter ihm. Ich erzähle Erik, dass ich fast jeden Dienstagnachmittag in diesem Café bin. Die Bedienung weiß genau, was ich möchte: Ein Kännchen Café mit ganz vielen Milchdöschen (mindestens 7 Stück) und einen Frankfurter Kranz. Laumer hat m.E. den besten Frankfurter Kranz von ganz Frankfurt. Erik hat eine Menge
Fragen. Ich erkläre ihm auch, warum ich passend zum Kostüm einen blauen Seidenschal trage. "Um den Adamsapfel zu verdecken. Viele Transvestiten nutzen diesen Trick." Etwas schwieriger
ist es mit der Kleidung. Da kaufe ich z.B. ein Kostüm im Versandhandel.
Dort gibt es Blazer und Rock getrennt in verschiedenen Größen: Rock 42,
Blazer 46. "Was machst du mit
den Haaren an den Beinen, wenn du mal einen kurzen Rock tragen möchtest,
vielleicht im Sommer ohne Strümpfe?" will Erik wissen. Erik möchte wissen:
"Wann fing denn die Neigung zum Crossdressing an?" Nach der Heirat dachte ich, dass der "Spuk" vorbei wäre. Nichts war! Viele Jahre der Heimlichkeit waren der pure Stress. Ich möchte allen jungen Transvestiten raten, schafft von Anfang an klare Verhältnisse, wenn ihr eine Verbindung eingeht. Wie oft habe ich mich heimlich im Auto auf einem Parkplatz im Wald zurecht gemacht. Ich erzähle Erik von Transvestiten, die sich nie aus dem Haus trauen, die alleine sind und die den Abend in Damenkleidung zu Hause verbringen. Ich habe den Begriff "Kammertransvestiten" erfunden. Die Zeit wird kommen und in jedem erwacht der Wunsch, als Frau in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich fange an zu schwärmen: "Ein Tag als Stella in der Öffentlichkeit, im Café, beim Shopping oder in der Oper ist wie ein Urlaubstag. Stella hat keinen Stress im Beruf, keine Probleme. Doch, ein Problem hat sie: Die Angst, erkannt zu werden. Ich erzähle von meiner Nachbarin, die den Bürgersteig fegte. Ich war schon lange fertig zum Ausgehen und wollte losfahren. Zu allem Unglück kommt noch eine andere Nachbarin mit einem Hund und beide Frauen tratschen ewig, eine Stunde, zwei Stunden. Endlich! Nicht´s wie raus und weg. Ich möchte Erik demonstrieren,
dass sich Transvestiten ganz ungezwungen in der Öffentlichkeit bewegen
können. Ich hatte mir vorgenommen,
im Kaufhof in der Damenwäscheabteilung ein delikates Stück, einen Longline-BH
zu kaufen. Ich frage die Verkäuferin nach der Größe. Bei Douglas lasse
ich mich von einer überaus freundlichen Verkäuferin wegen eines Augenbrauenstifts
beraten. Ich wollte einen etwas helleren zu meinen blonden Haaren, als
ich gerade trage. Die junge Verkäuferin ist sehr kompetent und eifrig,
malt sich eine Farbe nach der anderen auf ihren Handrücken, bis wir die
passende Nuance gefunden haben. Wie immer bedanke ich mich für die freundliche
Bedienung. Wir schlendern über
die Zeil. Erik beobachtet die Passanten, wobei die Mehrzahl mit sich selbst
beschäftigt ist, wenige mich erstaunt von oben nach unten und wieder zurück
mustern und ganz wenige sich noch mal herumdrehen. Im letzten Geschäft,
einem ganz bekannten Frankfurter Tee- und Gewürzladen werde ich freundlich
und zuvorkommend als Kundin bedient und darf an verschiedenen Teesorten
schnuppern. Es ist ein irres Gefühl:
Ein Mann, angemessen als Frau gekleidet und dezent als Frau geschminkt,
wird wie selbstverständlich als Dame behandelt. Das ist wie Urlaub "Urlaub von der Männlichkeit". So lautet Eriks Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung .
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