Auf dieser Seite werden Artikel zum Thema Partner stehen, die für beide, Transvestit und dessen Partner von Interesse sein können.
Diesen Teil deiner selbst mit jemandem zu teilen, den du magst und liebst, ist die größte Herausforderung für einen Transvestiten. Viele verheiratete Transvestiten verstecken ihre Vorliebe vor ihren Ehefrauen. Viele die davon erzählen, erfahren Unverständnis, Ärger und Ablehnung.
Überlege sehr gut, ehe du jemandem davon erzählst und sei auf das Schlimmste gefaßt. Bevor du dich öffnest, solltest du dich selbst genaustens kundig gemacht haben über dich selbst und was Crossdressing ist und was es dir bedeutet.
Brief eines Transvestiten an seine Partnerin
Liebste...
Es gibt da etwas über mich, das ich Dir sagen muß. Es wird sehr schwer sein, weil es etwas ist, das ich in der Vergangenheit noch nie mit jemandem zu teilen in der Lage war. Ich habe Angst. Ich selbst glaube nicht, daß dies etwas schlechtes ist, aber ich weiß nicht, wie andere über mich denken werden, wenn sie davon erfahren. Warum möchte ich Dir dies sagen?
Wenn ich Dir davon erzähle, dann hoffe ich, den Weg für vieles frei zu machen. Behalte ich das Geheimnis für mich, dann habe ich ein Geheimnis so lange wir zusammen sind. Ich weiß, daß die Schuldgefühle, die Angst und die Energie, das Geheimnis zu hüten, sehr viel Stress in jegliche Beziehung bringt, die ich habe. Du solltest wissen und Du hast ein Recht es zu wissen, auf was Du Dich da einläßt.
Wenn ich Dir von mir erzählen möchte, dann aus dem Grund, weil ich niemanden anders habe. Du bist meine beste Freundin. Wir konnten uns bis jetzt so vieles in einer nicht verurteilenden Art sagen. Ich glaube, ich kann mich Dir anvertrauen. Natürlich sind wir mehr als nur Freunde. Wir haben auch eine sexuelle Beziehung. Ich habe Angst, daß dies Deinen Blick verändert im Hinblick auf Deine sexuelle Wahrnehmung für mich. Es wäre toll, wenn dies ein Thema werden könnte, über das wir uns von Zeit zu Zeit unterhalten könnten.
Ich weiß nicht, wie Du reagierst, aber wie auch immer, wir können über alles reden, was Du möchtest. Ich werde Dir soweit Antwort geben, wie ich es selbst verstehe. Zugegeben, bis ins letzte verstehe ich mich auch noch nicht. Deshalb habe ich so lange gewartet, weil ich mir erst mal selbst einigermaßen sicher sein wollte. Ich habe noch aus einem anderen Grund gezögert. Ich liebe Dich sehr, ich mag alles an Dir, wir haben gemeinsame Ziele, die ich mit Dir verwirklichen möchte. Wir hatten gemeinsame Zeiten der Freude und des Lachens, aber auch Stunden der Tränen. Wenn es mal ein Problem gab, dann haben wir es gemeinsam angepackt. Nun habe ich bis zu diesem Augenblick Angst und weiß wirklich nicht wie Du reagieren wirst. Ich möchte nicht, daß unsere Beziehung auseinander geht, wie bei vielen, die mit dem was ich bin, konfrontiert wurden. Also denn!
Du weißt schon länger, daß ich Frauenkleider und da besonders die feinen weichen Stoffe ,wie z. B. Seide, sexuell sehr erregend finde. Was ich Dir noch nicht gesagt habe ist, daß mein Fetisch darin besteht, auch Frauenkleider selbst zu tragen. Das geht dann so weit, daß ich mich gerne als Frau zurechtmache mit allem, was dazu gehört: Make-up, Perücke, Highheels, Schmuck, Parfüm. und was es sonst noch alles gibt, um einigermaßen Frau zu sein.
Ich denke, Du weißt was ein Crossdresser oder Transvestit ist. Ich bin einer. Das fing bei mir schon an, als ich 12 Jahre alt war. Da habe ich Mutters Strümpfe und Strumpfgürtel ausprobiert. Später habe ich mir dann alles selbst kaufen können. Wie bei fast allen heterosexuellen Transvestiten gab es von Zeit zu Zeit "Reinigungsaktionen". Da habe ich alles weggeworfen und wollte damit aufhören. Es hat aber nicht lange gedauert und ich fing wieder an Make-up, Dessous und Frauenkleider zu kaufen. Ich fühlte mich jedesmal wieder schuldig, frustriert und schämte mich.
Ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich das gelegentliche Frausein genieße. Ich kann mich endlich so annehmen, wie ich bin: Ein Mann mit einer weiblichen Seite, die auch zu ihrem Recht kommen möchte. Ich habe viel gelesen, um mich und das was ich da tue zu verstehen. Das Internet hat mir sehr viel Selbstvertrauen gebracht. Ich weiß, daß ich nicht alleine bin, ich sehe mich nicht länger als krank oder pervers an und ich weiß, daß das, was ich tue, niemanden verletzt (ich hoffe es wenigstens). Was es bei Dir auslösen wird, weiß ich nicht. Sei aber ehrlich und laß mich Deine Gefühle und Gedanken wissen. Die Tatsache, daß ich selbstsicherer geworden bin, macht es mir viel leichter, darüber zu reden. Vor 10 Jahren, als ich selbst nicht wußte, was mit mir los ist, hätte ich nie so darüber reden können.
Laß mich einige Ängste, die Dich vielleicht befallen zerstreuen. Ich war nicht, noch bin ich, und werde ich schwul oder bisexuell sein. Der Gedanke an eine Geschlechtsänderung kam noch nie in mir auf, und ich bin mir sicher, wird auch nicht aufkommen.
Ich mag Frauen, ich umarme und küsse sie gern, ich mag ihre Zartheit, ihren Duft, die Art, wie sie sich bewegen und wie sie sprechen. Am allermeisten aber mag ich Dich. Ich mag meinen männlichen Körper. Er ist stark, gesund und attraktiv. Ich finde ihn großartig.
Nun, was tue ich genau? Ich beginne mit einem Duschbad, dann rasiere ich mich, ich polstere meine Hüften etwas aus (wegen der weiblichen Figur) , den BH fülle ich mit einem Silikonbusen. Ich brauche etwa eine Stunde für das Make-up, ziehe ein weich fließendes Kleid oder manchmal auch einen engen Rock an. Zarte, halterlose Strümpfe oder Strumpfhosen und die hohen Schuhe dürfen nicht fehlen. Zum Schluß kommt die Perücke, Schmuck und Ohrclips. Ich entspanne mich dann im Haus, zünde Kerzen an und trinke Tee, lese, sehe fern, stöbere durch das Internet (besonders TV-Homepages) schreibe Mails an andere Transvestiten oder telefoniere. Manchmal gehe ich spät abends, wenn es dunkel geworden ist noch mal raus auf die Straße und mache einen kleinen Spaziergang. So richtig in die Öffentlichkeit gehen, traue ich mich noch nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich da als Frau so einigermaßen durchgehe und habe natürlich wahnsinnig Angst vor den Blicken und Bemerkungen der Passanten. Ich würde es aber gerne mal probieren.
Wie fühle ich mich in dieser Zeit? Ich bin ausgeglichen, ruhig, sehr zufrieden und sexuell etwas erregt. Vor vielen Jahren habe ich dann nach einiger Zeit masturbiert, dann war der ganze Spuk vorbei und ich konnte nicht schnell genug aus den Frauenkleidern rauskommen und wieder Mann werden. Am nächsten Tag war der Wunsch, in die Frauenrolle zu schlüpfen aber wieder sehr lebendig. Diese Selbstbefriedigung praktiziere ich heute nicht mehr. Ich fühle mich in der Frauenrolle sehr wohl und möchte sie so schnell nicht wieder verlassen. Ich versuche, mich wie eine Frau zu bewegen und schaue gern in einen großen Spiegel und bin überrascht, daß nach einiger Zeit meine Gesichtszüge immer femininer werden. Vielleicht ist das aber auch ein Trugbild, welches nur in meinem Kopf entsteht.
Viele Transvestiten haben Angst, daß sie die Kontrolle über die Frauenrolle verlieren. Ich möchte, daß das Crossdressing nur einen Teil meines Lebens ausmacht und nicht mein ganzes Leben bestimmt. Dann hätte ich nämlich ein großes Problem.
Es tut mir Leid, daß ich dies Dir nicht schon längst gesagt habe, aber ich habe selbst sehr lange gebraucht um mich einigermaßen zu verstehen und lange überlegt, ob überhaupt und wie ich es Dir sagen kann. Und noch einmal:
Ich liebe Dich und möchte Dich nicht verlieren.
Versuche bitte, mich zu verstehen. Während Du diese Zeilen liest, habe ich mich nicht verändert, obwohl Deine Wahrnehmung von mir jetzt eine andere sein mag. All das, was Du so sehr an mir magst ist immer noch da. Was anders ist? Ich habe endlich keine Geheimnisse mehr vor Dir. Ich fühle mich so frei wie noch nie und wir können offen miteinander reden. Ich freue mich schon darauf, und ich denke unsere Beziehung kann eine tiefere und reichere werden.
Ich liebe Dich.
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Ich habe einen tollen Mann geheiratet. Ich war glücklich mit ihm als Mann.Jetzt habe ich einen in Frauenkleidern. Das verkrafte ich nicht. Ich habe gedacht, ich kenne ihn. Und jetzt das: Ein Transvestit, einer der vor der Realität in Frauenkleider flüchtet, indem er in Frauenkleidern herumläuft.
Natürlich hätte er mir das gleich zu Anfang unseres Kennenlernens sagen sollen. Dann hätte ich mich damals für oder gegen ihn entscheiden können. Jetzt nach so vielen Jahren... ich liebe ihn doch.
Nach dieser langen Zeit des Verheimlichens ist mein Vertrauen in ihn mächtig gestört. Nein, es ist kaputt. Ob es je wieder voll da sein wird? Hat er vielleicht noch andere Heimlichkeiten? Ich bin verletzt, bin wütend und ich habe Angst.
Wenn ich ihn jetzt noch liebe und anziehend finde, wenn er sich als Frau zurecht gemacht hat, bin ich dann lesbisch, oder eine minderwertige Frau? Oder ist er nicht doch homosexuell und traut es sich nicht, mir das auch noch zu sagen? Zu viele Fragen und Unsicherheiten!
Jetzt wo ich seine Vorliebe kenne, wird er sicher ermutigt sein, sich viel öfter als Frau zu verkleiden. Vielleicht jeden Abend, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt? Ja vielleicht sogar das ganze freie Wochenende? Womöglich will er dann noch so mit mir ausgehen? Ohne mich! Ich glaube, das könnte ich nicht ertragen. Das soll er alles alleine machen.
Wenn er dann noch als Frau in die Öffentlichkeit geht, muß ich Angst haben, daß ihm etwas passiert, und er, wenn er zu sorglos wird, von Bekannten und Freunden erkannt wird. Jetzt fühle ich mich auch noch mit verantwortlich und muß aufpassen, daß er nicht zu weit geht und alles rauskommt. Wie dann unsere Zukunft aussieht, wage ich mir im Augenblick gar nicht vorzustellen. Dieser Gedanke macht mir noch mehr Angst. Das würde der gesellschaftliche Abstieg und unser Ruin bedeuten.
Sollten wir nicht wenigstens die Kinder und ein paar ganz enge Freunde einweihen? Ich weiß nicht. Alles ist so kompliziert und durcheinander. Im Augenblick sagen wir keinem etwas. Müssen selbst erst mal ins Reine kommen.
Könnte er nicht zu einem Psychologen gehen und eine Therapie anfangen? Ich würde sogar mit ihm zusammen dorthin gehen. und dann ist nach einer gewissen Zeit der ganze Spuk vorbei, und er wird wieder normal.
Natürlich geht mir jetzt der Gedanke im Kopf herum, ob er nicht doch transsexuell ist, und er nicht irgendwann Hormone nehmen will und eine Geschlechtsumwandlung anstrebt. Ich glaube, spätestens dann trennen sich unsere Wege. Doch so weit mag ich momentan nicht denken. Jetzt muß ich erst mal diesen Schock verarbeiten. Ob ich jemals damit klar kommen werde?
Das Tragen von Frauenkleidern hat ihn sexuell erregt. Hoffentlich kommt er nicht auf die Idee und möchte in Frauenklamotten mit BH und künstlichem Busen, mit Strapsen und Nylons Sex mit mir haben. Das mag ihn anturnen, aber für mich ist das alles andere als sexuell erregend. Es wäre sogar eklig. Soll er sich doch mal vorstellen, ich käme in Doppelripp-Unterwäsche mit angeklebtem Bart und einem umgeschnallten künstlichen Penis ins Bett und wollte Sex mit ihm haben. Nie und nimmer!!
Wir sollten und müssen jetzt viel miteinander reden und reden und reden. Mag sein, daß da ja noch was zu retten ist, und wir wieder zueinander finden. Ich liebe ihn doch und er liebt mich. Das kann unsere Hoffnung und Rettung sein.
Hilfe! Mein Partner ist ein Transvestit!
Wie reagieren Partnerinnen auf diese Entdeckung?
Hannelore hat mir in einem persönlichen Gespräch die Fragen zu "Mein Partner und ich" beantwortet. Hier folgt eine Zusammenfassung ihrer Gedanken.
Viereinhalb Jahre habe ich mit meinem Partner zusammen gelebt und habe nichts von seiner Neigung, Frauenkleider anzuziehen, gemerkt, obwohl er oft meine Sachen aus dem Schrank holte und anzog. Ich habe mich nur ab und an gewundert, weil meine Dessous sich mit der Zeit etwas zu viel ausdehnten. Ich habe mir aber keine weiteren Gedanken gemacht.
Nach viereinhalb Jahren kam dann die Entdeckung und der anfängliche Schock. Wir kamen von einem wunderschönen zweiwöchigen Urlaub zurück nach Hause. Am nächsten Tag, wir fahren immer getrennt zur Arbeit, löste sich an meinem Wagen die Handbremse aufgrund des langen Stehens nicht richtig. Ich versuchte, das Problem selbst irgendwie zu lösen, ging dann aber nach einiger Zeit zurück in die Wohnung, um Hilfe zu holen. Und da stand er! In meinen Dessous! Wir hatten keine Zeit zum Reden, da ich zur Arbeit mußte. Die Vormittagsstunden waren für mich und ihn eine qualvolle Zeit der Ungewissheit. Endlich, in der Mittagspause trafen wir uns und hatten die erste Aussprache, der natürlich noch viele folgten.
Wir leben sehr intensiv zusammen und lieben uns sehr, und so war ich anfangs sehr schockiert und enttäuscht, fühlte mich hintergangen, weil er nie sein Geheimnis mit mir geteilt hatte.
Ich spürte seine Erleichterung, ja fast kann man sagen Erlösung, daß jetzt endlich alles herausgekommen war. Wir empfanden diesen Vorfall zu genau dieser Zeit wie eine Fügung Gottes.
Wie es weiter ging? Ich arrangierte mich so weit wie möglich, denn ich wußte: Verbieten ginge gegen seine Seele. Aber dann nahm sein Crossdressing immer mehr Platz in unserem Leben ein. Im Raum stand auch der Gedanke, daß er möglicherweise transsexuell sein könnte und der Gedanke einer Geschlechtsumwandlung. Mit derartigen Aussichten auf die Zukunft fragt sich eine junge Frau dann unwillkürlich: Kann und muß ich dies alles tragen und ertragen, oder muß ich mich umentscheiden? Und so trennten wir uns nach drei Jahren. Wir waren ein halbes Jahr getrennt und ich ging zurück, weil ich ihn als Mensch liebe.
Eine Zeit lang war Ruhe, und er hat tatsächlich das Crossdressing auch lassen können. Vor einem halben Jahr fing er aber an zu jammern: Man könnte doch mal... , und die Perücke ist ja noch da... . Nun ja, ich gebe ihm zu verstehen, daß er nicht immer Sabine sein kann, und daß das Ausleben seiner Neigung nicht überhand nehmen darf. All dies führt ja letztendlich zu einer Vereinsamung in der Ehe. Freunde einladen wird sehr selten, wenn nicht sogar unmöglich. Wanderungen als Frau verkleidet zu unternehmen, ist fast ein Unding. So kämpfe ich immer darum, daß das Ausleben seiner Neigung in einem Gleichgewicht stehen muß mit meinen Wünschen und Vorstellungen. Ich gestehe meinem Partner viel zu, darum erwarte ich auch Zugeständnisse von seiner Seite.
Welchen Rat ich einer Partnerin geben möchte? Wenn ihr euch liebt, dann laß dich darauf ein, redet viel miteinander. Jeder braucht die Liebe und Zuneigung des anderen. Lernt in dieser neuen, schwierigen aber auch spannenden Situation, miteinander in gegenseitiger Achtung umzugehen.
Dem Partner möchte ich sagen: Sei glücklich mit dir, so wie du bist. Vergiß nicht die Rücksicht auf deine Umwelt. Gestehe deiner Familie (Partnerin, Kindern...) eine behutsame Gewöhnungsphase zu.
Du wirst getragen, aber die, die dich tragen,
benötigen auch deinen Zuspruch und
deine Rücksichtnahme.
Hannelore
Zuerst muß ich sagen, daß Gabriela und ich uns durch Zufall getroffen haben. Keiner von uns hat sich nach Liebe umgesehen, aber es ist passiert. Vom ersten Tag bis heute möchten wir nicht getrennt sein. Wir liebten uns, auch in schweren Zeiten. Was ich damit sagen will: Wenn Liebe im Spiel ist, dann kann man viel verzeihen und sich gegenseitig annehmen und unterstützen.
Vor drei Jahren hat mir mein Partner gestanden, daß er Transvestit ist.
Zuerst habe ich ihn gefragt, ob er nicht mir zu Liebe damit aufhören könne. Er hat es auch versucht, aber das machte alles für uns beide noch viel schlimmer.Es gab von nun an mehr Streitereien, mehr Eifersucht von meiner Seite, und alles war nicht mehr so harmonisch wie vorher.
Wie ich nach drei Jahren damit umgehe?
Naja, es ist immer noch nicht genau das, was ICH möchte. Allerdings bin ich der Meinung, daß man zwei Menschen nicht in einen Pott stecken kann und beide das Gleiche mögen. Ich mag reiten er mag Autos. Ich mag fernsehen, er mag Radio u.s.w. Darum ertrage ich Gabriela.
Ich setze mich allerdings sehr mit diesem Thema auseinander. Es hilft, wenn man es versteht. Obwohl, ganz werde ich es nie verstehen. Ich bin sehr behütet und beschützt aufgewachsen und bin deshalb ziemlich "verklemmt", oft ungewollt. Manchmal hilft es mir, wenn Gabriela mir im Haushalt hilft. Das ist ja etwas, was Mädchen tun. Dann denke ich mir: "Naja, wenn es so ist, und sie mir hilft, dann ist es doch nicht so schlecht.
Außerdem weiß ich, daß Gabriela mich liebt, und ich sie auch.
Was mir noch sehr hilft, ist mit anderen Transvestiten zu reden und mit deren Partnern.
Sabine
Von der En-femme-Seite meines Mannes erfuhr ich nach 28 Jahren Ehe. Bis zu seinem Coming out wusste ich zwar, dass es Transvestiten gibt, aber seit er sich am 20. Januar 2003 mir gegenüber öffnete, musste ich mich mit diesem Thema doch intensiver beschäftigen.
Es passierte an einem Montagabend, als wir uns über Mode unterhielten. Wir waren bei diesem Thema auf den Unterschied zwischen Männer- und Frauenmode gekommen. Er hatte sich bei der Unterhaltung so positiv für Damenmode eingesetzt, so dass mir die Frage auf die Lippen kam: Möchtest du auch Frauenkleidung tragen? Er antwortete spontan: Ja, warum nicht. Ich dachte, er machte nur Spaß. Damit war das Gespräch eigentlich abgehakt. Am nächsten Tag ging mir das Gespräch vom Vorabend nicht mehr aus dem Kopf. Ich machte die Probe aufs Exempel und legte ihm einen langen und einen kurzen Rock auf das Bett.
Als er von der Arbeit kam, ging ich mit ihm ins Schlafzimmer und sagte ihm: Zieh an, was du willst. Er entschied sich für den kurzen Rock und kam in voller Montur ins Wohnzimmer. Da wusste ich, was Sache war. Mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf. Ist er schwul oder möchte er sich vielleicht umoperieren lassen? In den nächsten Tagen war ich zwar auf der Arbeit, aber meine Gedanken und Gefühle kreisten nur um dieses Thema. Nachdem er mir über das Internet Infomaterial und die Adresse für die Selbsthilfegruppe in Frankfurt ausgedruckt hatte, unterhielten wir uns Abende und Nächte über das Thema.
Ich
kam zu zwei Punkten, die mich als Ehefrau sehr berührten:
1. Warum hat mein Mann mich 28 Jahre belogen und mir nie seine En-femme-Seite offenbart?
2. Ich entdeckte auf seiner Frau-Seite Gefühle und Gesten, die mir bei ihm in unserer Ehe vorher fremd waren, für mich aber trotz allem so positiv sind.
Was sich bis heute geändert hat.
Meine Einstellung heute, nach einem halben Jahr, hat sich dahingehend geändert, dass ich auch ab und an mit ihm zur Transvestitenvereinigung (TVV) nach Frankfurt gehe und so auch sehe, dass dieses Ausleben nicht nur mich und meiner Michaela (so heißt sie als Frau) was angeht, sondern auch viele andere Paare betrifft. Ich muss sagen, dass ich mich in diesem Kreis wohl fühle, auch weil die En-femme-Männer dort sehr natürlich und humorvoll sind.
Meine Einstellung zum TV-Leben von Michaela
Das Ausleben der TV-Seite meines Mannes ist ihm weitgehend selbst überlassen. Zu Hause kann er jeden Tag Michaela sein. Dienstags geht er en femme zum TVV-Treffen nach Frankfurt. Ich glaube, um weitere Außer-Haus-Gänge zu tätigen, bedarf es auf beiden Seiten noch etwas Zeit.
Mein persönlicher Rat
Ich kann nur jeder Ehefrau raten, sich eingehend in Gesprächen mit ihrem Mann über Transvestismus auseinanderzusetzen und wenigstens zu versuchen, beiderseits Verständnis und Toleranz zu zeigen.
Der Mann, der die Veranlagung zum TV hat, sollte versuchen, sich in Gesprächen seiner Frau anzuvertrauen. Die Basis sollte eine solide und vertrauensvolle Ehe sein. Dabei sollte man sich schon früh outen, um seiner Frau ein Gefühl des Mitlebens und Vertrauens zu geben. Dies kommt natürlich auch dem Transvestiten zugute. Er wird sich in seiner Haut besser fühlen und kann seinen beiden Seiten Gelegenheit zum Ausleben geben ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Diese Ratschläge kann ich nicht als Patentrezept geben, weil jede Beziehung anders gelagert ist, und jede Partnerin andere Vorstellungen über das Zusammenleben mit ihrem Partner hat.
Dies schrieb euch Yvonne, Ehefrau von Michaela.
Hier ist Eowyns Reaktion auf die Vorliebe ihres Mannes.
Wann und wie hast du von der Vorliebe deines Partners erfahren?
Schon das Wort Vorliebe finde ich symptomatisch. Es ging auf dem Weg über die Vorliebe zum Liebesbekenntnis. Dabei hat ein Weg viele Stationen, die einem auch erst in der Rückschau auffallen. Als sehr schön habe ich immer das Interesse meines Partners an der Mode empfunden; kein langes Gesicht beim Schaufensterbummel, der Anprobe von Kleidung oder auch beim Kauf von teuren Modejournalen. Im Gegenteil, sogar auf neue Tendenzen, sei es in der Mode oder Kosmetik machte er mich aufmerksam.
Weiterhin gibt es außer der totalen Verwandlung in eine Frau ja viele Möglichkeiten gewisse weibliche Kleidungsstücke auch als Mann zu tragen. Gleichzeitig kann auf diesem Weg eine Gewöhnung der Partnerin stattfinden und die Toleranz getestet werden. So ist es mir in heiterer Erinnerung, dass mein Partner mir vom Strumpfhosenforum im Internet erzählte und ich mich auch über die Ängstlichkeit mancher Herren belustigte, die Strumpfhosen nur unter Socken tragen. Wie elegant sehen doch auch Männerbeine in silk stockings aus.
Der nächste Schritt, zu bekennen, dass "Mann" Damenslips den Vorzug gibt, ist dann schon leicht; übrigens auch das zu akzeptieren, denn sie sehen nicht nur besser aus, sie fühlen sich auch besser an, und schließlich David Beckham bevorzugt sie ja angeblich auch.
Aber dann!!! Die nächste Station auf dem Weg zum Coming Out war eine Feier im Freundeskreis, bei der beschlossen wurde, gemeinsam auf eine Karnevalssitzung zu gehen. Zu Hause dann war "Mann" ganz kribbelig von der Idee, als Frau aufzutreten. Beim gemeinsamen Einkauf von Damenschuhen wurde dann eröffnet, dass "Mann" auch gerne mal normale Frauenkleidung tragen möchte, die wurde unter dem Logo Karnevals-Disco-Outfit bei HM gekauft, kam aber nicht zum Einsatz. "Mann" ging androgyn, schwarze Damenpumps mit 45mm Absatz, schwarze Lederhose, schwarze transparente Bluse, silberner Nagellack, Lippenstift und Lidschatten.
Das totale Coming Out kam kurz danach, nach 28 Ehejahren.
Was waren meine ersten Gedanken und Reaktionen?
Sofort rechnete ich mit den äußersten Konsequenzen, die für mich schlimmste war und ist die totale Geschlechtsumwandlung. Ich wollte über das Thema TV überhaupt nichts wissen. "Mann" informierte sich derweil weiter im Internet, wie gut, dass es das gibt und ging zu einer Gender Change Party, dort traf er zum ersten Mal Männer und Frauen in gleicher Situation.
Wie gehe ich heute mit seinem Crossdressing um?
Vorsichtigem Drängeln mich zu informieren gab ich schließlich nach und lernte Partnerinnen von TVs kennen. Die konnten tatsächlich normal weiterleben, oder auch die totale Geschlechtsumwandlung des Partners akzeptieren. Das letztere kann ich nicht, ich gönne meinem "Mann" diese Vorliebe, kann ihn jetzt auch schon mal zu einer Party begleiten und akzeptiere es für mich als eine Art Hobby.
Mein Mann versichert mir, dass er keine rein weiblichen Bedürfnisse hat. Obwohl ich das bei anderen akzeptieren kann, würde es in unserer Beziehung eine tiefe Krise auslösen.
Einen Rat für Partnerinnen kann ich nicht geben, außer neugierig bleiben.
Auch einem TV kann ich keinen Rat über den richtigen Weg zum Ziel geben; aber, so wie mein Partner das Ziel ansteuerte finde ich es im Nachhinein taktisch geschickt und einfühlsam (typisch weiblich?).
Letztendlich ist aber jede Offenbarung abhängig von der Person, der Situation und ganz besonders auch von dem Familienverhältnis .
Eowyn
Einkaufs- und Ausgehführer
Tipps und Lesenswertes
Als Transvestit unterwegs
Charlotte von Mahlsdorf